Kaputt sparen
Wie der Mitteldeutsche Rundfunk spart
Weil die von der KEF empfohlene Erhöhung des Rundfunkbeitrags ausgeblieben ist, hat der MDR ein großes Sparprogramm aufgelegt. Intendant Ralf Ludwig sagt dazu: „Wir gehen längst ans Eingemachte.“ Was das bedeutet, zeigt diese Seite – in Zahlen, Streichungen und am Beispiel von „Mach dich ran“.
Das Sparprogramm in Zahlen
- 160 Mio. €will der MDR bis Ende 2028 einsparen – rund 40 Mio. € pro Jahr, in allen Bereichen vom Programm bis zur Technik.
- + 30 Mio. €zusätzlich, falls der Beitrag nur auf 18,64 € steigt.
- + 60 Mio. €zusätzlich, falls der Beitrag gar nicht steigt. Dann seien weitere Einschnitte ins Programm kaum zu vermeiden.
- 18,36 €beträgt der Rundfunkbeitrag derzeit. Die KEF hatte 18,94 € empfohlen, die Länder sind dem bislang nicht gefolgt.
„Mach dich ran“: Sendungen je Saison
Die Zahl der Ausstrahlungen am Montagabend ist von 43 in der Saison 2011/12 auf 33 in der Saison 2025/26 gesunken. Im Herbst 2025 lief die letzte Folge vor der Winterpause schon am 24. November, und die neue Saison begann erst am 21. September 2026 – fast vier Wochen später als im Jahr zuvor.
- 2011/1243
- 2012/1339
- 2013/1443
- 2014/1543
- 2015/1643
- 2016/1741
- 2017/1842
- 2018/1940
- 2019/2041
- 2020/2140
- 2021/2237
- 2022/2337
- 2023/2437
- 2024/2538
- 2025/2633
Was gestrichen oder abgegeben wird
- „MDR um 11“ wird eingestellt – um Platz für das ARD-Mittagsmagazin in Leipzig zu schaffen.
- Intendant Ralf Ludwig kündigt den Mitarbeitenden in einer Videokonferenz das Aus für „MDR um Zwei“ an. Die Sendung aus dem Landesfunkhaus Magdeburg soll zum Jahresende eingestellt werden – nach 13 Jahren.
- Das ARD-Mittagsmagazin soll vom MDR an den NDR abgegeben werden. Spätestens am 31. Dezember 2026 soll die Produktion beim MDR enden.
- Die Digitalradios MDR Schlagerwelt, MDR Klassik und MDR Tweens sollen nicht mehr terrestrisch (DAB+) verbreitet werden; die Inhalte sollen online weiter verfügbar sein.
Und es kann noch enger werden
Sollte Sachsen-Anhalt die Medienstaatsverträge kündigen, würden dem MDR nach Angaben des Intendanten rund 150 Millionen Euro aus dem Rundfunkbeitrag fehlen. Etwa ein Viertel des Personals – rund 1.000 Menschen – wäre betroffen, ob große Produktionen wie „Tatort“ oder „Polizeiruf“ dann noch möglich wären, „stünde in den Sternen“. Wegen der Kündigungsfristen bliebe der MDR mindestens noch zwei Jahre auf Sendung.
Quellen
- digitalfernsehen.de: Sparkurs beim MDR (14.03.2026)
- news.de: „MDR um Zwei“ und Mittagsmagazin (08.05.2026)
- fernsehserien.de: Nach Aus der ARD-Schlagerradios
- teltarif.de: Harter Sparkurs beim MDR (06.10.2026)
- fernsehserien.de: Sendetermin-Chronik „Mach dich ran“
Zusammengestellt nach Presseberichten, Stand: 12. Oktober 2026.